Rotes Meer, roter Teppich – Das Filmfestival in Dschidda feiert sein 5. Jahr

Die 5. Ausgabe des Red Sea International Film Festivals begann im Dezember in der Altstadt von Dschidda und brachte Filmemacher, Schauspieler und Filmbegeisterte aus aller Welt zusammen. Mit einem beeindruckenden Programm – mehr als 100 Filme aus über 70 Ländern – konnte Saudi-Arabien bei der diesjährigen Ausgabe seine Bedeutung für das globale Kino weiter festigen. 

Die offizielle Auswahl des Festivals umfasste eine vielfältige Palette an Spielfilmen, Kurzfilmen und Doku-Filmen. Zu den herausragenden Beiträgen gehörten Hijra, ein saudisches Drama, das sich mit Identität und Familie über Grenzen hinweg auseinandersetzt, Eine traurige und schöne Welt, eine bewegende multinationale (saudisch-libanesisch-katarisch-deutsch-amerikanische) Geschichte voller Emotionen und politischer Spannungen, sowie Schwarzes Kaninchen, weißes Kaninchen ein tadschikisch-emiratisches Psychodrama, das das Publikum auch nach Ende des Films noch in seinen Bann hielt. 

Mittlerweile war das Meer nicht mehr das einzige Rot an der Küste von Dschidda: Der rote Teppich hieß lokale, regionale und internationale Stars willkommen. Und so wie die Stadt selbst seit jeher ein Treffpunkt der Kulturen ist, so ist das Filmfestival zu einem Treffpunkt für kreative Talente, wichtige Persönlichkeiten der Branche und visionäre Geschichtenerzähler geworden. Wer wissen wollte, wie es mit dem Kino in der Region und darüber hinaus weitergeht, war in Dschidda genau richtig. 

Zu den meistdiskutierten Momenten des Festivals gehörten die aufschlussreichen Diskussionen, die von großen Namen der internationalen Filmszene geleitet wurden. Idris Elba stellte sein Regieprojekt Staub zu Träumen vor und teilte seine Gedanken darüber, wie man aufstrebenden Filmemachern mehr Möglichkeiten bieten kann. Bekannte Namen wie Sigourney Weaver und Anthony Hopkins waren ebenfalls dabei und teilten ihre Ansichten in offenen Gesprächen über ihr Handwerk, während die Golden Globes Honors regionale und internationale Talente wie die tunesisch-ägyptische Legende Hend Sabry und die britisch-indische Bollywood-Sensation Alia Bhatt ins Rampenlicht rückten.  

Doch neben den internationalen Stars war in diesem Jahr hauptsächlich die Energie der saudischen Filmemacher zu spüren. Lokale Regisseure behaupteten sich selbstbewusst, darunter Rwad Khalid mit seinem Animationsfilm Business-Tasche über einen überarbeiteten, koffeinabhängigen Mann, dessen Tasche mitten in der Nacht plötzlich davonfliegt, was ihn veranlasst seine geliebte Stadt Riad zu erkunden.  Das Festival brachte Geschichten, die in der Region verwurzelt sind und weit darüber hinaus Resonanz finden.  

Eines ist sicher: Die Ausgabe 2025 hat die Messlatte noch einmal höher gelegt und das Red Sea Film Festival ist der ort, an dem sich Perspektiven, Kulturen und Genres treffen. Enthusiasten verlassen das Festival mit längeren Wunschlisten oder holen sich einfach Popcorn, machen es sich bequem und genießen die Show.