Echos des Königreichs: saudische Musik auf der Weltbühne

Musik und Rhythmen, Klänge und Schwingungen – sie sind die Sprache des Universums. Wenn Worte unsere Gefühle nicht ausdrücken können, treten Melodien ein. Manchmal mit Gänsehaut, manchmal mit Tränen und manchmal mit einem Lächeln auf den Lippen schließen wir die Augen und lassen uns von den Klängen aus verschiedenen Jahrhunderten und Regionen einnehmen, die die Hoffnungen, den Herzschmerz und die Freuden der Menschheit in sich tragen.  

Die saudischen Musiker haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, diese leisen Flüstern der Jahrhunderte, Lieder, die einst in Innenhöfen, Wüsten und bei Treffen am Meer gesungen wurden, aus den entlegensten Winkeln des Königreichs der Klänge auf einige der berühmtesten historischsten Spielstätten der Welt zu tragen. Jede Aufführung dient als Anlass, Menschen auf der ganzen Welt einander näher zu bringen.    

Von hinter den Kulissen bis ins Rampenlicht der Welt – hier erfahren Sie, wie der nationale Klang Saudi-Arabiens weltweit für Aufsehen sorgt.  

Ein neuer saudischer Klang: Der Nationalchor erobert Versailles 

Stellen Sie sich Folgendes vor: die glanzvollen Säle von Versailles, die Residenz der französischen Könige, riesige Kronleuchter, und inmitten all dessen ein 100-köpfiger saudischer Chor, der „Les Champs-Élysées“ und traditionelle saudische Lieder singt. 

Genau das geschah rund um den saudischen Nationalfeiertag im September 2025, als das saudische Nationalorchester und der saudische Nationalchor ihre Stimmen in eine der renommiertesten historischen Spielstätten Frankreichs brachten.  

Der Chor wurde 2019 unter der Musikkommission ins Leben gerufen und von Grund auf neu gegründet, um Musiker auszubilden, das saudische Musikerbe wiederzubeleben und es weltweit bekannt zu machen. Jede Aufführung verbindet Traditionelles mit Modernem und verleiht der globalen Musik neue Lebendigkeit und Ausdruckskraft. 

Durch sein Repertoire behauptet der Chor das traditionelle Erbe, aber in der Sprache der zeitgenössischen globalen Musik. 

Saudische Musik auf der Weltbühne 

Der Auftritt in Versailles rund um den 22. September 2025 war für das Saudi National Orchestra & Choir nicht nur ein Konzert, sondern ein wahrhaft unvergesslicher Moment. In der Opéra Royal von Versailles,  in der einst auch Mozart auftrat, hallten jetzt mit saudischen Rhythmen wider. 

Unter der Leitung des jungen saudischen Maestros Reab Ahmed arbeitete die Gruppe mit dem französischen Royal Opera Orchestra zusammen, um an einem Abend klassische französische Stücke mit saudischen Volksliedern zu verbinden. Mehr als ein Konzert, es war ein Remix der Geschichte: zwei Welten, eine Bühne. 

Aber Versailles war nur der Anfang. Im Rahmen des „Marvels Program“ – einer Tournee-Initiative, die das saudische Kulturerbe mit globalen Musiktraditionen verbindet – besucht der Chor bedeutende Städte auf der ganzen Welt, darunter Paris, Mexiko City, New York, London, Sydney und Tokio, wo das Nationalorchester mit lokaler Folklore und Musik verschmilzt und überall, wo es auftritt, eine einzigartige Mischung schafft. Ein Mix aus Addayt fi Marqab und Adele in London, Sinatras Fly Me to the Moon mit orientalischen Beats in New York und Anime-Themen auf Arabisch in Tokio – eine glokale Tournee. 

Die Menschen hinter der Harmonie 

Die über 100 Mitglieder des Chores kommen aus allen Ecken des saudischen Lebens. Ingenieure, ehemalige Psychologen und Krankenschwestern; Rap-Fans, westliche klassische Musiksänger, arabische klassische Musikexperten, sie alle teilen sich jetzt die gleiche Bühne. 

Ihre Musik basiert auf Ikonen wie Mohammed Abdu und Talal Maddah, die für ein volles symphonisches Drama neu orchestriert wurden. Es ist die Art von saudischer Musik, die laut einem Qanun-Spieler Yazid Al-Aidi „Würde und Erhabenheit“ vermittelt.  

Frauen spielen eine zentrale Rolle in vielen dieser Aufführungen, darunter die Sopranistin Reemaz Al-Oqbi, die über Training, Belastbarkeit und Chancen spricht. Die Mischung ist festlich, „wie Eid“, so einige Chormitglieder: Jubel und Feier pur. 

Was kommt als Nächstes? 

Weitere Touren. Mehr Kooperationen. Mehr einheimische Talente, die durch das Musikausbildungsprogramm aufsteigen. Ziel ist es, das Kingdom of Beats zu einem globalen Zentrum für Musik und Performance zu machen, in dem Künstler aus aller Welt zusammenkommen, um zusammenzuarbeiten und nicht nur um aufzutreten.